langsam geht mir die diskussion zum thema „weiss wählen“ ziemlich auf die nerven. deutlich gesagt: es ist nicht ok bei der bundespräsidentenwahl „weiss“ zu wählen, nicht für die övp, nicht für peter pilz, nicht für politisch denkende menschen.
aus folgenden drei gründen.
dem grundsätzlichen:
politische parteien haben nicht zum weiss wählen aufzurufen. sie sollten alles tun, damit die menschen ihr „recht zu wählen“ nützen. gerade eine politische partei wie die övp sollte das so sehen. aus ihrer geschichte heraus, aus demokratiepolitischer sicht und aus der erkenntnis heraus, dass sie ja eine/n kandidatIn hätte nominieren können. aus all diesen gründen finde ich es unglaublich, dass sie zum weiss wählen aufruft.
die övp muss ja keine wahlempfehlung aussprechen, wenn sie das nicht über die lippen bringt. aber nur zum vergleich: beim wahlauftakt zum 2. antreten von bp klestil sind führende sozialdemokratInnen anwesend gewesen und zum weiss wählen hat da auch sicher keiner aufgerufen.
dem inhaltlichen:
es kann zwischen drei personen, die kandidieren, gewählt werden. frau rosenkranz, die mit rechtsrechten ansichten und aussagen wie „feminismus ist ein irrweg“ position bezieht, herr gehring, der findet kindergärten können das hirn schädigen und die fristenlösung abschaffen will. und dann wäre da noch heinz fischer…siehe www.heinzfischer.at
dem strategischen:
auch wenn man kein ausgeprägter heinz fischer-fan ist, wählen sollte man ihn. gar nicht zur wahl gehen bedeutet, dass die wahlbeteiligung niedrig ist und das beschädigt das amt und tut der demokratie nicht gut.
hingehen und weiss wählen bedeutet, dass sich die stimmenanteile von rosenkranz und gehring prozentuell erhöhen. deren anhänger gehen nämlich sicher zur wahl und wählen nicht weiss!
also nicht nachher ärgern oder bestürzt sein, sondern hingehen und den einzig wählbaren wählen.